#5 Abschied und Übergänge

„Es gibt im Leben Höhen und Tiefen. Ich will nur die Höhen.“

Hier spricht Lucy von den Peanuts etwas aus, was sich viele von uns vermutlich machmal wünschen. Auf die Tiefs, insbesondere auf Abschiede, Verlusterfahrungen und die damit verbundene Trauer könnten wir gut verzichten. Ist es deshalb sinnvoll, diese Zeit schnell hinter sich bringen zu wollen?

Abschiedsschmerzen brauchen ihre Zeit. Das Alte gilt nicht mehr, und es gibt noch nichts Neues. Chaos und Orientierungslosigkeit gehören zu dieser Phase dazu. Wir sind mit der Tatsache konfrontiert, dass das, was wir bis zu diesem Zeitpunkt für unser Leben gehalten haben, nicht mehr in derselben Form gilt. Die Gewohnheiten und Denkmuster, die mit der alten Situation verbunden waren, müssen langsam verändert werden. Zweifel und Selbstzweifel machen sich breit und stellen Vieles in Frage.

Wer bin ich eigentlich? Diese Frage kann beunruhigen. Habe ICH mich verändert oder die Welt um mich herum?

Die Herausforderungen, die Übergangszeiten an uns stellen, sind heftig. Sobald eine Veränderung passiert, ist man nicht mehr der- oder diejenige, der/die man vorher war. Darin liegt aber auch die Chance: Wenn wir in einer Übergangszeit die Ungewissheit und Trauer zulassen und uns Zeit dafür nehmen, dann kann am Ende einer solchen Zeit etwas Neues stehen. Manchmal beginnt das mit kleinen Dingen oder Hinweisen: Einer neuen Idee, einem Traum, der uns zum Nachdenken bringt, einem guten Gespräch, das eine Tür öffnen kann. Wir denken an langgehegte Wünsche. Oder finden den Mut, etwas zu tun, was wir uns vorher nicht getraut haben. Die Veränderung beginnt in uns und etwas Neues kann sich formen.

Dieser Text ist aus Gedanken entstanden, zu denen mich die Trauergruppe für Jugendliche und junge Erwachsene der Stiftung Hospizdienst Oldenburg inspiriert hat, die ich leite. Danke für eure Offenheit, euren Mut und die vielen guten Gespräche!

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